Olympic Mafia

Als vor den Olympischen Spielen von Nagano die Diskussionen um eine Integration der Snowboarder ins olympische Programm starteten, meldetet sich die schon damals legendäre Persönlichkeit Terije Haakonsen zu Wort. Seine Worte sind mir beim aktuellen Skandal des ÖOC wieder eingefallen.

He has likened the ruling body to an organized crime outfit.
“When I say mafia, I mean what most people see in the word: people who take over control but never let anyone have an inside look at what they are doing.” Haakonsen told Sweden’s TV4 recently.

(Quelle: http://www.washingtonpost.com)

Klingt im Angesicht der momentanen Entwicklungen wie ein aktuelles Statement, ist aber schon über zehn Jahre alt. Grund für diese Aussagen war die Entscheidung des IOC nur Snowboarder im Dienste der FIS zu den Spielen zuzulassen. Unter den Snowboarden war schon vor dieser Entscheidung ein Streit über die Vorgehensweise der FIS entbrannt und diese Statements von Terije haben den Konflikt damals auf einen Höhepunkt gebracht.

Eine weitere Aussage um das System der olympischen Komitees zu verstehen:

“One of the world’s best snowboarders calls the Olympic hierarchy smug, pampered and undemocratic.”

Rückblickend muss man sagen, dass diese Aussagen sehr wohl überlegt und trefflich waren und auch heute noch genau so Gültigkeit haben. Ein weiteres Statement von Terije:

“It seems like everybody forgot the IOC scandals that went public and now the sheep are just following again.”

(Quelle: http://onboard.mpora.com)

Anstatt aber Probleme anzupacken und zu probieren sich in die Welt des Sportlers zu denken macht das IOC weiter wie eh und je.

Als da wäre die quasi nicht vorhandene Berichterstattung heimischer Medien über den Halfpipe Wettbewerb von Vancouver2010 trotz der Teilnahme des bestverdienenden Olympioniken. Da möge man doch meinen der bestverdienende Sportler ist auch der, für den sich die meisten Menschen interessieren?

Das Verhalten der Funktionäre zeigt folgender Auszug:

Darabos (Anm.: österreichischer Verteidigunsminister und zuständig für Sport): “Ich hab geglaubt, ich seh nicht richtig. Wir waren die einzige Nation, bei der wieder die Funktionäre vorne marschiert sind und dahinter erst die Sportler.”

Aus dem gleichen Artikel ein weiteres Fettnäpfchen:

Für einzelne Journalisten wurden die Reisekosten nach Vancouver übernommen, in einem Fall zur Gänze, in einem anderen Fall zumindest teilweise, wie Stoss-Pressesprecher Martin Himmelbauer dem Standard bestätigt. “Es gibt eine Kooperation zwischen dem News-Verlag und dem ÖOC, und im Rahmen dieser Kooperation wurde beschlossen, dass der News-Verlag jemanden nach Vancouver schicken kann.

(Quelle: http://derstandard.at)

Für den aktuellen Skandal kann man also nur hoffen, dass dieser so weite Kreise wie nur irgendwie möglich zieht. Es Bedarf eines grundlegenden Paradigmenwechsels ohne Vereinsmeierei mit Köpfen denen das Amt UND die Sportler am Herzen liegen.

Auf der Homepage des ÖOC wurde aber kein Hinweis auf die aktuellen Vorgänge gefunden (Stand 7.5.2010). Weder bei den Presseaussendungen noch in einem Unterbereich der Webseite wurde eine Nachricht zu den aktuellen Vorgängen bereit gestellt. Dafür gibt es einen schönen Satz zu lesen:

“Das ÖOC ist ein nicht-staatlicher, nicht auf Gewinn ausgerichteter Verein.”

ha-ha-ha

Datum:
May 7, 2010
Schlagworte:
FIS - IOC - Mafia - ÖOC - snowboard - Terije Haakonsen